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Am 11. Februar 2018
Am 11. Februar 2018

Am 11. Februar 2018

Wort zum Sonntag

Die fünfte Jahreszeit….

Sind Sie gedanklich noch an Weihnachten dran? Liegt Ostern bereits in Ihrem Blickfeld? Sind Sie einer von den Jecken oder Narren, je nach Region, die gerade bunt und ausgelassen ihre 5. Jahreszeit feiern? Oder ist für Sie gerade etwas ganz anderes wichtig? Was es auch sein mag, welche Zeit für Sie gerade ansteht, für die Kirche fällt der Blick eindeutig auf den kommenden Mittwoch: Aschermittwoch. Der Name Aschermittwoch kommt von dem Brauch, der bis heute in der katholischen Kirche besteht, in einer Heiligen Messe an diesem Tag die Asche der verbrannten Palmzweige des Vorjahres zu segnen und die Gläubigen mit einem Kreuz aus dieser Asche auf ihrer Stirn zu bezeichnen. Dabei werden die Worte

„Kehre um und glaube an das Evangelium!“ (Mk 1,15)

oder „Bedenke Mensch, dass du Staub bist und zum Staub zurückkehrst.“ (Gen 3,19) gesprochen. Der Empfang des Aschenkreuzes soll die Menschen daran erinnern, dass nun eine besonders geprägte Zeit beginnt: die 40tägige Fastenzeit (Sonntage nicht mitgerechnet). Diese Zeit soll uns einerseits an die 40 Tage erinnern, die Jesus fastend und betend in der Wüste verbrachte (Mt 4,2), und uns anderseits auf Ostern vorbereiten, der Höhepunkt unseres Glaubens.

Auch in der Politik hat dieser Tag eine besondere Bedeutung. Sicher kennen Sie den Ausdruck „politischer Aschermittwoch“. Hier versammeln sich traditionell (meist die größeren) Parteien und liefern sich einen (manchmal auch) derben rhetorischen Schlagabtausch. Was wir dieses Jahr auch nicht vergessen dürfen, der Aschermittwoch ist auch der Valentinstag. Ein Tag der Liebenden.

Was genau also bedeutet dieser Tag für uns? Was bedeuten uns die kommenden Wochen? Ich kann diese Frage nicht für Sie beantworten, aber ich kann für mich sagen, dass ich in dieser geprägten Zeit im Kirchenjahr versuche, mich neu auf Gott und auf die Menschen hin auszurichten. Ich mache mir nie Vorsätze für das neue Jahr, aber ich bemühe mich in der Fastenzeit, Altes zu überdenken, Neues zuzulassen und meinen Blick wieder bewusst auf das Kreuz zu richten mit der Frage:

„Was kann ich tun, um ein bisschen Himmel auf Erden zu schaffen?“