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An Ostern

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Wort zum Sonntag, 03./04.04.2021

Diese Woche hörte ich eine Predigt von Bischof Georg Bätzing. Bekannte Bibeltexte immer neu auslegen – das sei die Herausforderung einer Predigt. Davon sprach er und zitierte einen Artikel, der im Rückblick auf Weihnachten in einer Wochenzeitung erschienen war. Der Autor des Artikels fragte nach dem Neuen, dem Unerwarteten, dem Brisanten und Aufrüttelnden der biblischen Botschaft. Die Erwartungen an die Predigten seien hoch. „Denn die Predigt – Befragungen auch unter katholischen Gottesdienstteilnehmenden – hat großes Gewicht“, erklärte Bätzing. Nicht nur die Predigt, sondern Verkündigung an sich. Wie kann die Botschaft Jesu in unserem Leben auch heute noch mit aller Schlagkraft durchkommen? Wo wird sie greifbar, relevant? Gerade an den „Hochfesten“ unseres Glaubens, scheint es manchmal so, als würden alle die Botschaft, die Message hinter der Geschichte, nur zu gut kennen. Können wir an Ostern noch Neues erwarten? Oder sind es immer die gleichen frommen Worte, die wir einmal jährlich hören, aber die uns wenig neue Erkenntnis schenken? Wenn wir an Ostern auf Jesus schauen: wen sehen wir dann? Wer ist dieser Jesus für mich? Der dienende Christus, der beim Letzten Abendmahl seinen Jüngern die Füße wäscht? Der bedingungslose liebende Christus, der an Karfreitag aus Liebe das Kreuz auf sich nahm? Der hoffnungsschenkende Christus, der uns mit seiner Auferstehung Zugang zum ewigen Leben ermöglicht? Nur ein paar der vielen Aspekte Christi. Der rebellische, der wütende, der feiernde, der trauernde, der vergebende, der friedenstiftende, der Veränderung bringende Christus. Verkündigung, wie dieses Wort zum Sonntag, wie jede Predigt, ist wichtig. Doch sie geht ins Leere, wenn wir uns nicht persönlich immer wieder fragen, wie wir zu diesem Christus stehen, was und wen wir in ihm sehen. An Ostern haben wir auch durch die Fastenzeit, Zeit unsere eigene Gottesbeziehung in den Blick zu nehmen. Relevant wird sie für unser Leben, wenn wir als Nachfolger*innen Christi unseren Job ernstnehmen. Wann müssen wir unsere Stimmen erheben, um Frieden zu stiften, um Ungerechtigkeit anzuprangern, um zu vergeben, um die Liebe Gottes erfahrbar werden zu lassen? Verkündigung ist wichtig, aber uns Herz muss auch bereit sein, diese Worte aufzunehmen. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen von Herzen, dass Sie ihren Christus an Ostern finden, den Christus, der ihr Leben verändert, der sie bedingungslos liebt und bis ans Kreuz für jeden von uns geht.

Charlotte Meister, Gemeindereferentin, St. Elisabeth an Lahn und Eder

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