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Pfingstnove in vier Kirchorten

Pfingstnove in vier Kirchorten
Pfingstnove in vier Kirchorten

Dr. Johannes Hartl, der Leiter des Gebetshaus Augsburg, hat den Satz geprägt: „Gebet ist nicht alles. Aber ohne Gebet ist alles nichts!“ Nur im persönlichen, wie im gemeinschaftlichen Gebet, geben wir Gott die Möglichkeit zu wirken. Unser intensives Gebet bestimmt die geistliche Atmosphäre in unserer Pfarrei, so daß unser Einsatz nicht zum Aktivismus wird, sondern reiche Frucht bringen kann.

So feierten wir seit dem 11. Mai bis zum 19. Mai die Pfingstnovene, ein neuntägiges Gebet um die Gaben des Heiligen Geistes (genau die Tage nach Himmelfahrt bis Pfingsten).

Der Heilige Geist ist die Seele der Kirche. Er ist auch die Seele unserer Pfarrei St. Elisabeth an Lahn und Eder. Er ist das Band, das alles zusammen hält. Er entzündet in uns das Feuer der Liebe zu Gott und zum Nächsten.

Hier ein paar Eindrücke

Was ist das eigentlich, die Pfingstnovene?

„Komm herab, o Heiliger Geist!“ betet die Kirche neun Tage lang von Christi Himmelfahrt bis Pfingsten. Mit Maria und den Aposteln verharrt sie „einmütig im Gebet“ (Apg 1,14), damit Gottes Geist kommen möge wie beim ersten Pfingsten: „Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie waren. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Alle wurden mit dem Heiligen Geist erfüllt“ (Apg 2,1-4). Der Heilige Geist ist die Seele der Kirche. Durch ihn besteht sie und erneuert sich. In diesem Anliegen der Erneuerung trug bereits Papst Leo XIII. vor gut 100 Jahren die Pfingstnovene als Gebet zum Heiligen Geist der ganzen Kirche auf.
Sie besteht vor allem aus der Pfingstsequenz. Unter einer Sequenz (sequens = lat.: folgend) versteht man einen liturgischen Gesang vor dem Evangelium, der im Mittelalter aus dem Halleluja-Ruf erwachsen ist. Sequenzen finden sich in der Messfeier heute noch an Ostern, Pfingsten, Fronleichnam und am Fest der sieben Schmerzen Mariens („Stabat Mater“). Die Pfingstsequenz „Veni Sancte Spiritus“ stammt aus der Zeit um das Jahr 1200 und wird Kardinal Stephen Langton, Erzbischof von Canterbury, zugeschrieben. Sie ist bis heute als fester Bestandteil der Messliturgie am Pfingstsonntag vorgesehen. Sie wird nach der (Zweiten) Lesung vor dem Halleluja mit seinem Vers gesungen; sie kann aber auch nach dem Vers (dann mit: Amen, Halleluja beschlossen) genommen werden. Der lateinische Originaltext findet sich im Gesangbuch „Gotteslob“ unter der Nummer 343. Die folgende Nummer 344 gibt eine Übersetzung ins Deutsche wieder. Die zehn Strophen mit jeweils drei Zeilen sind ein inständiges Bitten um das Kommen
des Geistes in jedes Herz, in die Kirche und die ganze Welt. In jeder Novene wird eine Strophe betrachtet (kleine Medidation dazu), am neunten Tag wird auch die 10. Strophe betrachtet. 

Die Kirche erneuert sich dadurch, dass jedes einzelne Glied an ihr zu einem tieferen Glauben an Gott kommt. Diesen Glauben bewirkt der Geist in uns. Er stellt in uns die lebendige Beziehung zum Vater und zum Sohn her. Er schenkt die Gewissheit, dass wir von Gott geliebt sind, und er macht uns selbst zu Liebenden. Lassen wir uns vom Geist inspirieren, von dieser Gottesbeziehung Zeugnis zu geben, so werden auch andere zu diesem Glauben finden. Eine neue Evangelisierung geht einher mit einem neuen Kommen des Geistes: „Das Feuer von Pfingsten, das Wirken des Heiligen Geistes setzt immer neue Kräfte für die Mission frei, neue Wege zur Verkündigung der Heilsbotschaft, neuen Mut zum Evangelisieren“ (Papst Franziskus, 22. Mai 2013). 

(Quelle: Bistum Augsburg)

Atme in mir,
Du Heiliger Geist,
dass ich Heiliges denke.

Treibe mich,
Du Heiliger Geist,
dass ich Heiliges tue.

Locke mich,
Du Heiliger Geist,
dass ich Heiliges liebe.

Stärke mich,
Du Heiliger Geist,
dass ich Heiliges hüte.

Hüte mich,
Du Heiliger Geist,
dass ich dich nimmer verliere.

Gebet des Hl. Augustinus zum Heiligen Geist